Geheimes Sevilla: sieben Winkel, die fast niemand sieht
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Geheimes Sevilla: sieben Winkel, die fast niemand sieht

4 h 7 km●●

Sevilla verbirgt eine zweite Stadt in der ersten, und diese Route durchquert sie von Nord nach Süd. Unter dem Setas-Markt schläft das römische Hispalis: Das Antiquarium birgt seine Straßen, seine Mosaike und sogar eine Fischsalzerei. Wenige Meter weiter bewahrt der Corral del Conde den Geist der Nachbarhäuser des 16. Jahrhunderts mit Hof und Blumentöpfen. Die Klausurklöster Santa Paula und San Leandro verkaufen noch Konfekt durch die Drehlade, und die Casa de Pilatos hütet einen Palast, der als Kopie einer Reise nach Jerusalem entstand. Die Route endet in der Calle Verde, einer so engen und so grünen Gasse, dass sie aus einem anderen Jahrhundert scheint, und im Kutschenmuseum mit Galawagen von vor zweihundert Jahren. Keine dieser Stationen zieht Menschenmassen an: Dies ist das Sevilla, das man langsam entdeckt.

Anreise

Bus C1/C2 oder Taxi von der Wohnung ins Zentrum (10 Min.). Die Route wird zu Fuß von Nord nach Süd gegangen, mit Stopps für die Monumente. Manche Besichtigungen (Santa Paula, San Leandro) nur vormittags.

Die Route

1

Apartamento Esencia Sevilla

Startpunkt Richtung Altstadt: Bus C1/C2 oder Taxi (10 Min.). Die Route beginnt im Bereich Macarena.

Tipp: Mehrere dieser Besichtigungen schließen mittags: Besser morgens starten. Bequeme Schuhe tragen, die Route durchquert das ganze Zentrum.

2

Monasterio de Santa Paula

Ein Klausurkloster bei der Macarena mit einem gotischen Backsteintor wie Spitze. Innen besucht man die Kirche und das Stickereimuseum, die Nonnen verkaufen Konfekt und Eingemachtes.

Geschichte: Im 15. Jahrhundert gegründet, ist es eines der ältesten noch aktiven Klöster Sevillas. Sein gotisches Backsteintor wurde zu einem Wahrzeichen des Viertels Macarena.

Tipp: Der Kirchenbesuch ist vormittags. Fragt nach dem Konfekt an der Drehlade: Mandelgebäck und Saisoneingemachtes.

3

Corral del Conde

Ein Nachbarhof aus dem 16. Jahrhundert in der Calle Santiago, mit Holzgalerien, Blumentöpfen und Wäscheleinen. Einer der letzten Corrales de Vecinos im Zentrum.

Geschichte: Corrales de vecinos waren das Arbeiterviertel-Wohnmodell Sevillas vom 16. bis 19. Jahrhundert: Zimmer um einen gemeinsamen Hof, das ganze Leben unter Nachbarn geteilt. Der Corral del Conde bewahrt als einer der wenigen seine ursprüngliche Struktur.

Tipp: Es ist ein privater Hof mit Bewohnern: Betretet ihn langsam, leise und ohne zu stören. Das Foto macht man vom Eingang aus.

4

Antiquarium bajo las Setas

Ein unterirdisches Archäologiemuseum unter dem Markt Encarnación: römische Straßen, Häuser, Mosaike und eine Fischsalzerei von vor zweitausend Jahren. Stege führen über die Ruinen.

Geschichte: Die Ruinen wurden 1974 beim Aushub des Marktes entdeckt und 2011 zum Museum gemacht. Unter den Setas schläft das römische Hispalis: eine Stadt mit gepflasterten Straßen, Kanalisation und Salzerei-Werkstätten, die ins ganze Reich exportierten.

Tipp: Der Eingang liegt an einer Treppe neben dem Markt. Der Besuch dauert etwa 30-40 Minuten. Die Fischmosaike und die Reste des römischen Hauses sind die Höhepunkte.

5

Convento de San Leandro

Eines der ältesten Klöster Sevillas, in der Calle Imperial. Sein stiller Vorhof ist eine Friedensblase mitten im Zentrum, und die Nonnen reichen Konfekt durch die Drehlade.

Tipp: Die Konfekt-Drehlade öffnet vormittags. Probiert Yemas und Tocino de Cielo: Klosterrezepte seit Jahrhunderten.

6

Casa de Pilatos

Ein Palast des 16. Jahrhunderts, der Mudéjar, Gotik und Renaissance mischt, der Legende nach als Kopie des Hauses von Pontius Pilatus in Jerusalem. Seine Höfe und Kacheln stehen dem Alcázar kaum nach.

Tipp: Erdgeschoss und Gärten besucht man mit günstigem Ticket. Filme wie Lawrence von Arabien wurden hier gedreht: Die Höfe wirken wie aus einer anderen Zeit.

7

Calle Verde

Eine enge Gasse im Viertel Santa Cruz, deren Wand reines Grün und Blumen ist. Ein grüner Tunnel, versteckt zwischen den meistfotografierten Häusern des Viertels.

Tipp: Man geht sie in zwei Minuten, vergisst sie nie. Nur einen Schritt von der Plaza de Doña Elvira und den Patios des Viertels.

8

Museo de Carruajes

Eine Sammlung von Kutschen, Berlinen, Landauern und Galawagen im alten Kloster Los Remedios am Fluss. Eines der unerwartetsten Museen Sevillas.

Tipp: Günstiger Eintritt und ruhige Besuche: ideal, um die Route über die San-Telmo-Brücke und durch Los Remedios ausklingen zu lassen.

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